Mo-Do: 08:00 - 19:00 Uhr
Fr: 08:00 - 13:00 Uhr
Telefon: 040-251 29 25
Wandsbeker Chaussee 44
22089 Hamburg
praxis@bitte nicht spammenbehring-und-partner.de
Unser Dentalhygiene- und Parodontalteam
Therapie und Behandlung von Parodontitis

Ablauf einer Parodontitistherapie nach heutigem Standard


Nicht-chirurgische Therapie

In unserer Praxis folgen wir wissenschaftlich gut erforschten und langfristig bewährten Behandlungskonzepten. Dabei orientieren wir uns am bewährten parodontologischen Behandlungskonzept der Universität Marburg.

Dieses Konzept sieht vor allem eine systematische und wiederholte Reinigung der durch Bakterien infizierten Zahnoberflächen vor. Wo immer dies möglich ist, werden diese Reinigungen nicht-chirurgisch durchgeführt: Für unsere Patienten fühlen sich diese Behandlungen ähnlich wie Zahnreinigungen mit Betäubung an.

Hygienephase

Jede Therapie beginnt mit einer sogenannten Hygienephase, bei der durch mehrere aufeinander folgende Reinigungen innerhalb weniger Wochen der Lebensraum für schädliche Bakterien systematisch zerstört wird. Parallel findet eine schrittweise Anpassung der individuellen Mundhygiene statt, um neue bakterielle Besiedlungen zu erschweren. 
Im Rahmen der Hygienephase wird gegebenenfalls eine weiterführende Diagnostik durchgeführt, etwa durch mikrobielle "Bakterientests" oder dreidimensionale Röntgenbilder (DVT).

Initiale Behandlungsphase

Im Anschluss an diese Phase folgt unmittelbar die sogenannte "initiale Behandlungsphase". In dieser Therapiephase werden die Zahnwurzeloberflächen mechanisch, also durch Hand- und ultraschallgetriebene Instrumente, vorsichtig von bakteriellen Belägen gereinigt. Diese Therapiephase wird grundsätzlich unter örtlicher Betäubung durchgeführt und schränkt aber den weiteren Tagesablauf kaum ein. Je nach Ergebnis einer antimikrobiellen Testung wird diese Behandlungsphase antibiotisch unterstützt. Sollte vorab die Entscheidung zur Entfernung einzelner Zähne getroffen worden sein, so werden diese im Rahmen der Initialphase entfernt und entstehende Lücken provisorisch versorgt.

Reevaluation

Nach Abschluss der Initialphase folgt eine Zeit des Abwartens. Erst drei Monate nach diesem Abschnitt wird im Rahmen einer sogenannten Reevaluation (Begutachtung des Behandlungserfolges) über mögliche weitere Maßnahmen entschieden.

Erfolgsrate

Mehr als 95% unserer Parodontalpatienten können wir mit einer rein nicht-chirurgischen Behandlung langfristig helfen. Chirurgische Maßnahmen sind daher nur noch in Ausnahmefällen nötig.

Chirurgische Techniken

Chirurgische Reinigung - Die Ausnahme von der Regel

In Einzelfällen kann im Anschluss an die nicht-chirurgische Therapie eine chirurgische Reinigung einzelner Zähne notwendig werden. Hierzu wird das Zahnfleisch vorsichtig vom Zahn gelöst, so dass die Zahnwurzeln der Behandlung unter direkter Sicht zugängig gemacht werden. 

Die von Patienten oft gefürchtete altbekannte Therapie der generellen chirurgischen Therapie (im Volksmund "Zahnfleisch(ab)schneiden" genannt) ist heute wissenschaftlich überholt und wird nicht mehr durchgeführt.

Spezielle chirurgische Techniken, wie den Knochenaufbau oder die Zahnfleischregeneration stellen wir Ihnen hier vor: Spezielle Parodontalchirurgie.

Erhaltungsphase (Recall / Parodontale Nachsorge)

Nach einer erfolgreichen nicht-chirurgischen oder chirurgischen Parodontaltherapie folgt eine langfristige Erhaltungsphase in Form von regelmäßigen Zahnreinigungen mit parodontalen Nachuntersuchungen durch eine erfahrene Dentalhygienikerin und durch den behandelnden Zahnarzt. Die Intervalle für diese Behandlungen werden individuell für jeden Patienten festgelegt.

Laserbehandlung, Photodynamische Therapie, Ozontherapie und Perioflow

In unserer Zahnarztpraxis folgen wir ausschließlich solchen Behandlungsarten, welche in herstellerunabhängigen Studien und im Idealfall über Jahrzehnte nachweisbare Erfolge zeigen.

Eine Parodontaltherapie ist immer eine Langzeittherapie, in der Misserfolge oft erst nach Jahren erkennbar werden und für den Patienten dann erhebliche Folgen haben können. Wir halten uns daher zum heutigen Zeitpunkt von den genannten therapeutischen Hilfsmitteln fern, da die beschriebene wissenschaftliche Basis nicht gegeben ist: Für alle genannten Techniken zeigen herstellerunabhängige Großuntersuchungen (sog. Metaanalysen) nach heutigem Kenntnisstand keine bessere Wirkung als für die manuellen Reinigungstechniken. Im Gegenteil, diesen Techniken werden Erfolge nur dann zugeschrieben, wenn zusätzlich eine manuelle Reinigung durchgeführt wurde.

Einzig im Bereich der Behandlung von Parodontitis am Implantat (Periimplantitis) scheinen einige dieser Techniken der manuellen Reinigung überlegen und werden von uns entsprechend eingesetzt.

Bei uns finden die parodontalen Reinigungen von Zähnen daher ausschließlich mit Ultraschall- und Handinstrumenten statt, ergänzt durch Polituren und im Ausnahmefall dem Einsatz eines Airflow Gerätes zur Entfernung starker Tabakbeläge. Diese Behandlungen sind manuell sehr zeitaufwändig und arbeitsintensiv, wenn sie erfolgreich durchgeführt werden, weshalb wir stolz auf unser Team sind, welches aus hochqualifizierten und erfahrenen Denatlhygienikerinnen besteht.

Was passiert, wenn eine Parodontitis unbehandelt bleibt?

Im Mund drohen bei einer Nichtbehandlung einer Parodontitis langfristig Zahnlockerungen und Zahnverlust. Verlorene Zähne dürfen dann keinesfalls ohne vorherige systematische Parodontitistherapie durch Implantate ersetzt werden, da sonst auch die Implantatoberflächen infiziert würden.

Allgemeinmedizinisch zeigen groß angelegte Studien, dass eine unbehandelte Parodontitis schwere allgemeinmedizinische Folgen haben kann. So zeigt eine US amerikanische Studie, durchgeführt an mehr als 300.000 untersuchten Männern, dass das Herzinfarktrisiko bei einer unbehandelten Parodontitis um das Vierfache erhöht sein kann. Andere Studien zeigen Zusammenhänge zwischen unbehandelten Parodontitiden und Bluthochdruck, Typ-II Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und sogar Schwangerschaftskomplikationen.