Mo-Do: 08:00 - 19:00 Uhr
Fr: 08:00 - 13:00 Uhr
Telefon: 040-251 29 25
Wandsbeker Chaussee 44
22089 Hamburg
praxis@bitte nicht spammenbehring-und-partner.de
Implantologie in der Zahnarztpraxis Dr. Behring und Partner
Zahnarztbohrer mit Wasser

Knochen- & Gewebsaufbau

Knochen- und Zahnfleischaufbauten

Ein Implantat sollte zu 100% im Knochen verankert stehen. Liegen Teile eines Implantates jedoch knöchern frei und werden nur von Zahnfleisch bedeckt, so folgen nach einigen Jahren oft Zahnfleischrückgänge und Entzündungen am Implantat (Periimplantitis). Die natürliche Form des Ober- und Unterkiefers ist jedoch selten gerade und noch seltener überall gleich breit. Somit muss in vielen Fällen vor einer Implantation Knochen aufgebaut werden, um eine ideale Knochenform nach Zahnverlust zurück zu erhalten, selbst wenn der Knochen stabil genug wäre, um ein Implantat zu tragen.

Ein langfristig stabiles Implantat sollte zu 360° von festem, angewachsenem Zahnfleisch (sog. Gingiva propria) umschlossen sein. Die weiche und verschiebliche Schleimhaut der Wangen, Lippen und Zunge dürfen das Implantat nicht erreichen, da in dieser Schleimhaut Muskeln verlaufen, welche das Zahnfleisch immer wieder vom Implantat trennen würden. Die Folge wären unkontrollierte Entzündungen am Implanat, welche langfristig auch bei bester Pflege zum Knochen- und somit auch zum Implantatverlust führen können.

Um dies zu vermeiden werden in einzelnen Fällen Zahnfleischaufbauten notwendig, um das gewünschte feste Zahnfleisch in ausreichender Menge am richtigen Ort zu erhalten.Auch aus ästhetischer Sicht sind (im Frontzahnbereich) Zahnfleischaufbauten die Regel, um ein Absacken des Zahnfleisches nach Zahnverlust zu vermeiden oder zu kompensieren.

Herkunft von Ersatzknochen und Weichgewebe

Wir arbeiten, entsprechend wissenschaftlichen Empfehlungen, grundsätzlich mit Gemischen aus ca. 75-90% Knochenersatzmaterial und 10-25% Eigenknochen. Das Knochenersatzmaterial kommt vom weltweit größten Hersteller für Knochenprodukte und ist bereits seit 25 Jahren im weltweiten Einsatz (der Gesetzgeber verbietet Zahnärzten, Produkt- und Firmennamen im Internet zu nennen; wir informieren Sie gern persönlich).

Knochenersatzmaterial hat den Vorteil, dass weniger Eigenknochen entnommen werden muss, dazu hat es eine bessere Stabilität als Eigenknochen und wird vom Körper nur sehr begrenzt abgebaut. Der Knochenaufbau ist also dauerhaft stabil. Eigenknochen wird in der Regel entweder im Operationsgebiet selbst entnommen oder im seitlichen Unterkiefer entfernt. Da nur sehr geringe Mengen an Knochen benötigt werden, um einige lebende Zellen unter das Knochenersatzmaterial zu mischen, reicht meistens ein leichtes Abschaben von oberflächlichem Knochen. Patienten merken hiervon nichts und der entnommene Knochen wächst schnell nach.

Weichgewebe wird je nach Situation entweder aus dem Gaumen entnommen oder wird in Form eines Ersatzmaterials verwendet. Die Entnahme von Weichgewebe (Zahnfleisch oder Bindegewebe) dauert nur wenige Minuten und hat für den Patienten kaum Konsequenzen in der Wundheilung.

Grundsätzliche Techniken zum Knochen- und Weichgewebsaufbau

Alle beschriebenen Techniken führen wir in lokaler Betäubung in unserer Praxis durch.

Lediglich bei sehr großen Aufbauten mit der Notwendigkeit zur Knochenentnahme im Bereich der Hüfte und bei gesundheitlich eingeschränkten Patienten (z.B. Marcumarmedikation) überweisen wir an eine mit uns vertrauensvoll zusammenarbeitende Mund-, Kiefer- Gesichtschirurgische Praxis in Hamburg.

Wundverschluss mit Knochenaufbau nach Zahnentfernung (Socket Preservation)

Nach einer Zahnentfernung entsteht in der Regel ein Defekt im Kiefer, welcher durch das nun leere Zahnfach (Alveole) zustande kommt. "Überlässt" man die Wundheilung sich selbst, so kommt es binnen Monaten zu einer Knochenschrumpfung in vertikaler (Höhe) und horizontaler (Breite) Ebene. Bis vor einigen Jahren glaubte man, diesen natürlichen Knochenschwund durch eine schnelle Implantation zu vermeiden, der Knochen sollte "gestützt" werden. Diese Theorie ist heute leider widerlegt, eine schnelle Implantation führt in solchen Fällen oft zu großen Knochendefekten am Implantat.Wir führen daher nach Zahnentfernungen routiniert Knochenaufbauten entsprechend wissenschaftlicher Empfehlungen durch. Hierzu wird die Alveole (meist einige Wochen nach der Zahnentfernung) mit Knochenersatzmaterial und kleinen Mengen Eigenknochen gefüllt. Nach einigen Monaten kann der fest verwachsene Knochen für Implantationen genutzt werden.In der ästhetisch wichtigen Frontzahnregion wird dieser Eingriff oft mit einem Zahnfleischverschluss der Wunde kombiniert (sog. Socket Seal).

Horizontaler und vertikaler Knochenaufbau im zahnlosen Gebiet

Ist es durch eine frühere Zahnentfernung bereits zu einem Knochenverlust gekommen, so kann dieser durch einen Aufbau wieder hergestellt werden. Hierzu wird Knochenersatzmaterial mit Eigenknochen am Kiefer angelagert und durch eine sogenannte Membran (selbstauflösende Schutzfolie aus Kollagen) in seiner Lage fixiert. Große Defekte werden oft durch kleine Knochenplatten rekonstruiert. Nach einer Einheilzeit von einigen Monaten kann die Implantation erfolgen.

Knochenaufbau während einer Implantation

Fehlt nur wenig Knochen für eine ideale Implantation, kann ein Knochenaufbau, wie oben beschrieben, auch während der Implantation durchgeführt werden. Die freiliegenden Implantatteile werden dafür mit Knochenersatzmaterial und Eigenknochen "eingepackt". Die Knochenheilung verläuft dann parallel zur Implantatheilung.

Knochenaufbau in der Kieferhöhle (Sinuslift)

Bei den meisten Erwachsenen dehnt sich die Kieferhöhle bis dicht an den Oberkieferseitenzahnbereich aus (Siehe Bild). In solchen Fällen ist eine Implantation nur nach einem Knochenaufbau in der Kieferhöhle möglich. Bei dieser "Sinusbodenelevation" oder kurz "Sinuslift" genannten Operation wird die Innenhaut der Kieferhöhle vorsichtigst angehoben und der entstehende Hohlraum zwischen Knochen und Schleimhaut mit Knochenersatzmaterial und Eigenknochen gefüllt. Ist genügend Restknochenhöhe vorhanden, kann dieser Eingriff mit der Implantation kombiniert werden.Nach Sinuslifts kommt es nur in seltensten Fällen zu Schmerzen, meist verläuft die Wundheilung ohne jede Reizung. Einzig Schwellungen der Gesichtshaut sind meistens zu erwarten.

Zahnfleischaufbauten

Fehlt es an Zahnfleischbreite oder -höhe, so kann Zahnfleisch durch eine einfache Transplantation aus dem Gaumen erweitert werden. Die Entnahmestelle im Gaumen wird durch einen Zahnfleischersatz verschlossen, welcher innerhalb von wenigen Tagen durch eigenes neues Zahnfleisch ersetzt wird.Diese Eingriffe sind sehr komplikationsarm und sind wenig belastend für unsere Patienten.